Sonntag, 12. August 2007

Gärten am Gardasee

Sommerurlaub 2007 am Gardasee. Als garteninteressierter Österreicher weiß man, dass André Heller hier in Gardone einen Garten hat, in dem er sich laut Presseberichten am liebsten und die meiste Zeit des Jahres aufhält. Ein Besuch im Giardino Botanico Fondazione André Heller ist somit Pflichtprogramm. Eher zufällig erfahren wir über einen Folder von einem zweiten Garten, dem Giardino Sigurtá in Valeggio sul Mincio, laut Eigendefinition einer der fünf schönsten Gärten der Welt, in dem auch schon Napoleon sein Lager aufgeschlagen hat. Auch diesen Garten besuchen wir und die Eindrücke können nicht unterschiedlicher sein.

André Hellers Garten befindet sich rund um die private Villa und ist in Zonen eingeteilt. In jeder Zone befinden sich Pflanzen einer Weltgegend und es sind Kunstwerke zu bewundern, die von tibetanischen Flaggen über die Hindu-Gottheit Ganesh bis hin zu Installationen von Roy Lichtenstein und Keith Haring reichen. Man sieht zwei Masken, die einander Wasserstrahlen entgegen spritzen und kann durch künstliche (mystische?) Nebelwälder wandern. Für den Eintritt werden € 8,-- pro Person eingehoben und man erhält einen DIN A4-Zettel, auf dem der Garten spartanisch beschrieben wird. Auf einer Seite werden die Pflanzen und die Kunstinstallationen aufgelistet, auf der Rückseite ist der Plan des Gartens, in dem auch der Privatbereich eingezeichnet ist, den man nicht betreten darf. Am Garteneingang befindet sich eine Tafel, die darauf hinweist, dass der Garten nicht nach botanisch-wissenschaftlichen Kriterien angelegt wurde. Wandert man durch den Garten – der Rundgang dauert zwischen einer halben und einer Stunde, dann kann man sich des Eindruckes nicht erwehren, dass hier Pflanzen und Kunstwerke in einen Bezug gesetzt wurden, der primär auf Wirkung abzielt, dass der ganze Garten dicht, zu dicht ist und dass hier Natur nachgebaut wurde, die außerhalb des Gartenzauns fast wirkungsvoller ist, da sie nicht von der Überfülle und der Versammlung zu vieler Eindrücke auf einem Fleck gestört wird.

Auch auf Wirkung ausgerichtet ist der zweite Garten, den wir besuchten. Er entstand 1617 und gilt als eine der fünf weltweit schönsten Gartenanlagen. Auf 560.000 m² erstreckt sich eine riesige Gartenanlage mit Seerosenteich, Monumenten, einem Rasentennisplatz, Picknickplätzen etc. Um diese Anlage zu besichtigen, kann man zu Fuß gehen oder sie mit einem kleinen Bummelzug, mit Fahrrädern oder elektrisch angetriebenen Golffahrzeugen „erfahren“. Der Eintritt ist mit € 9,-- nur ein wenig teurer als der Eintritt bei André Heller, der Erholungswert ungleich größer. Der Garten von André Heller ist mit Pflanzen und Kunstwerken "angeräumt", eigentlich "übervoll" - der Garten Sigurtá ist luftig-elegant und lädt zum Suchen und Erkunden ein. Man findet Vertrautes und die Weite der Anlage gibt den Blick frei - in die eigene Vorstellungskraft und Phantasie.

Unter alten Olivenbäumen am Gardasee reflektiere ich die Eindrücke der beiden Gärten. Sie sind beide Gärten ihrer Zeit, geschaffen von Menschenhand, in denen Natur „nachgebaut“ wurde. Während der Giardino Sigurtá durch Weite und Noblesse besticht, ist in den Garten von André Heller für meinen Eindruck zu viel hineingepackt. Hellers Garten entspricht ein wenig dem, was unsere Zeit so prägt: „Ich will alles, und das sofort“. Hier bleibt für mich der Eindruck, den Garten besucht und gesehen zu haben. Beim Giardino Sigurtá hingegen habe ich den Wunsch, wieder zu kommen, um ihn auch zu einer anderen Jahreszeit zu erleben.

Garten von Andre Heller
Giardino Sigurta

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